
Außengastronomie: Tipps, Tricks & Vorschriften
Sarah Eichberger
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Minuten Lesezeit
03.08.2026
Wichtigste Erkenntnisse:
- Für die Nutzung öffentlicher Flächen ist eine Sondernutzungserlaubnis der Stadt oder Kommune nötig; ein nachträglicher Außenbereich erfordert zudem eine erweiterte Gaststättenkonzession.
- Lärmschutz und Sperrstunde (meist zwischen 22 und 24 Uhr) sind zu beachten und werden vom zuständigen Ordnungsamt festgelegt.
- Beim gemütlichen Außenbereich zählt ein stimmiges Gesamtkonzept, wobei alle Materialien der Witterung standhalten müssen.
- Heizpilze und Infrarotstrahler sind in vielen Städten oder Bezirken verboten; am besten vorab bei der Kommune nachfragen.
- Kleine Extras wie kostenloses WLAN, Wassernäpfe, Sonnencreme oder Mückenspray steigern das Gästeerlebnis im Außenbereich.
Ein gemütlich gestalteter Restaurant Außenbereich kann ein wahrer Gästemagnet sein. Nun ist es wieder warm genug, um die Freiluftsaison zu eröffnen. Ob Biergarten, Restaurant mit Außenplätzen oder Strandbar: es lohnt sich auf jeden Fall, sich als Gastronom:in jetzt schon einmal Gedanken zu machen, wie man den Außenbereich möglichst perfekt für die Außenbewirtung vorbereitet.
In diesem Artikel:
Eigener Biergarten oder Sondernutzungserlaubnis?
Zunächst einmal die wichtigste Frage zu klären: Gehört zu deinem Gastronomiebetrieb bereits eine Terrasse, ein schöner grüner Hinterhof oder sogar ein eigener Biergarten mit dazu? Falls ja, umso besser: In dem Fall brauchst du dich nämlich nicht um eine Sondernutzungserlaubnis bei deiner Stadt oder deiner Gemeinde bemühen.
Aber Achtung: Erweiterst du deine Gastronomie nachträglich um einen Außenbereich, dann ist auch eine Erweiterung der Gaststättenkonzession nötig. Diese kannst du beim für dich zuständigen Ordnungs- oder Gewerbeamt beantragen. Es gelten hierbei dieselben Voraussetzungen, wie bei einem regulären Antrag auf eine Konzession. Eine Konzession brauchst du nur dann nicht, wenn du keine alkoholischen Getränke in deiner Gastronomie ausschenkst.
Nun zur Sondernutzungserlaubnis: Diese musst du immer dann beantragen, wenn du eine öffentliche Fläche für deine Gastronomie verwenden willst. Auch diese Erlaubnis beantragst du bei deiner Stadt oder Kommune.

Was für weitere rechtliche Vorgaben muss ich bei der Außengastronomie beachten?
Es gibt noch ein weiteres wichtiges Thema für die Außengastronomie zu beachten: Der Lärmschutz und daraus resultierend auch die Öffnungszeiten im Außenbereich. Gaststätten unterliegen dem Gaststättengesetz und dem “Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräuschen, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge” oder kurz: Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Wie laut darf meine Außengastronomie also sein? Es gibt eine Verwaltungsvorschrift mit Namen TA Lärm, die für die Außengastronomie zwar nicht gilt, aber von Behörden, bzw. Gerichten oft eben als Orientierungshilfe herangezogen wird, sollte es zu Beschwerden kommen.
Darüber hinaus gibt es davon abgesehen immer noch eine Sperrstunde in der Außengastronomie. Ab welcher Uhrzeit diese beginnt wird von dem dafür zuständigen Ordnungsamt festgelegt und richtet sich üblicherweise nach den Bestimmungen zur Nachtruhe. Meist ist die Sperrstunde für die Außengastronomie zwischen 22 und 24 Uhr angesiedelt. Allerdings kann es sein, dass diese Zeiten für Wochenenden nochmals abweichend sind.

Tipps für einen gemütlichen Außenbereich
Was für die Gastronomie bei Innenräumen wichtig ist, spielt in der Außengastronomie eine genau so große Rolle: Es kommt auf das Gesamtkonzept an, das sich in jedem Detail widerspiegeln sollte. Das bedeutet, dass du dir alles genau überlegen solltest: Angefangen vom Mobiliar, über verwendete Lichtquellen bis hin zum Geschirr, der Deko und dem Außenplatz an sich.
Bitte bedenke, dass alles, was du in der Außengastronomie verwendest, der Witterung viel mehr ausgesetzt ist, als Dinge, die du in den Innenräumen deiner Gastronomie verwendest. Dementsprechend musst du dir genau überlegen, was am besten für dich passt. Wenn du Mobiliar, Geschirr und alles Weitere bereits besitzt, musst du am Anfang des Jahres nur frühzeitig daran denken, alles wieder rechtzeitig zu “entmotten”.

Tipps für kältere Tage
Die Außengastronomie ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und hat sich spätestens seit Corona zum Dauerbrenner entwickelt. Leute sitzen nun auch gerne draußen, wenn es nicht gerade 30 Grad im Schatten ist. Das bedeutet einerseits, dass du auch an etwas kälteren Tagen mit Gästen im Außenbereich rechnen kannst, andererseits solltest du darauf vorbereitet sein. Für kühlere Tage oder auch kühlere Abende empfiehlt es sich, Decken für die Kund:innen bereit zu legen.
Für noch mehr Wärme sorgen natürlich die allseits bekannten gasbetriebene Heizpilze oder Infrarotwärmestrahler. Doch Vorsicht: In sehr vielen Städten sind sowohl Heizpilze als auch infrarotbetriebene Wärmestrahler aufgrund der schlechten Umweltbilanz verboten. Da dies in jeder Stadt oder im Fall von Berlin sogar in jedem einzelnen Bezirk anders gehandhabt wird, frag am besten direkt bei deiner Stadt oder Kommune an.
Auch Überdachungen, bzw. Seitenwände oder geschickt platzierte Pflanzen können Wind und Wetter etwas abhalten – doch auch hier muss natürlich darauf geachtet werden, dass die womöglich nötige Baugenehmigung auch rechtzeitig beantragt wird.

Extra-Service in der Außengastronomie
Neben einer schönen Ausstattung kannst du noch mehr tun, um deine Gäste für dich zu begeistern, so dass sie gerne wiederkommen. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die dem Gast zeigen, dass du dir wirklich Gedanken darum gemacht hast, wie der Aufenthalt in deiner Außengastronomie möglichst perfekt wird. Über kostenloses Wifi auch im Außenbereich werden sich sicherlich viele deiner Gäste freuen. Stelle für deine Gäste mit Vierbeinern einen Napf mit Wasser auf.
Lege als weiteres kleineres Extra z. B. auch Sonnencreme und Fächer aus, wenn es doch mal zu heiß wird. Auch Mückenspray oder Kerzen, die Mücken abhalten sind in der Sommerzeit praktisch. Wenn du sehr viel Platz hast, kannst du neben deinem kulinarischen Angebot eventuell noch andere Freizeitaktivitäten anbieten. So wird dann der Restaurantbesuch zum wirklichen Erlebnis.
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